Aktuelle Pressemitteilung

Marc Müller – 02.01.2020

Anlässlich des Zeitungsberichtes im „Hohenloher Tagblatt“ „Die Queen dampfte mit dem Zug aus Langenburg ab“ vom 31.12.2020 müssen aus Sicht des Fördervereines ein paar Dinge richtig gestellt werden. Es kann keineswegs die Rede davon sein, dass die Reaktivierung der Nebenbahn vor dem Aus steht.

Aktueller Stand zur Nebenbahn Blaufelden – Langenburg

Der Förderverein wurde 2011 gegründet und engagiert sich seitdem für die Reaktivierung der Nebenbahn. Dies geschieht in praktischer Arbeit an der Strecke und den Gebäuden, sowie in intensiver bürokratischer und kreativer Arbeit, die auch entsprechende Konzepte usw. beinhaltet. Parallel dazu wurde und wird der Bahnhof Gerabronn zum Kulturbahnhof ausgebaut und es werden vielseitige Veranstaltungen angeboten. Für Privatveranstaltungen können Räume angemietet werden.

Bereits vor der Gründung des Vereins gab es die ersten Tätigkeiten an der Strecke, sowie erste Weichenstellungen für eine Reaktivierung.
2012 wurde der Abbau der Gleise der Nebenbahn verhindert. Bereits 2013 ermöglichten es die Vorleistungen des Fördervereines mit der technischen Unterstützung der Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, dass die Strecke erstmals wieder bis Gerabronn mittels eines Sonderzuges (der DBK Historische Bahn e.V.) befahren werden konnte.

2018 wurde das positive Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vorgestellt. Diese empfiehlt die Reaktivierung der Nebenbahn für den touristischen Verkehr. Der Fahrbetrieb trägt sich selbst und die Investitionssumme in die Infrastruktur liegt bei ca. 630.000€. Es besteht immer Anbindung an die Züge auf der Tauberbahn in Blaufelden.

Für die Reaktivierung einer Eisenbahnstrecke ist dies eine sehr kostengünstige Maßnahme. Dies rührt daher, dass große Vorleistungen erbracht wurden und die Strecke keine großartigen Bauwerke, wie Brücken oder Tunnels, beinhaltet. Nur steht für diese Maßnahme kein Förderprogramm zur Verfügung.

Daher wendete sich der Förderverein 2019 an das Landesverkehrsministerium und das für Tourismus zuständige Justizministerium, um eine Förderung der Investitionskosten zu erhalten. Es folgte ein Gesprächstermin mit Verkehrsminister Winfried Hermann und Justizminister Guido Wolf zusammen mit den Landtagsabgeordneten Jutta Niemann und Freiherr Arnulf von Eyb.

Auch dort interessiert man sich für das Projekt und sagt eine Sonderförderung zu. Des Weiteren soll der Zugverkehr auf der Nebenbahn vom Land bestellt bzw. finanziert werden.

Die Höhe dieser Sonderförderung ist aber bis heute noch nicht bekannt. Dies lag zunächst daran, dass das Land selbst eine Studie in Auftrag gegeben hatte, die alle in Baden-Württemberg für eine Reaktivierung in Frage kommenden Strecken untersuchen sollte. Allerdings handelt es sich hier nur um eine reine Untersuchung möglicher Potenziale. Dies ist nicht vergleichbar mit einer Machbarkeitsstudie, wie sie für Blaufelden – Langenburg bereits vorliegt.

Über 70 Strecken kamen hier in Betracht – übrig geblieben sind 42. Darunter fällt auch Blaufelden – Langenburg trotz geringerem Potenzial als Strecken in Ballungsräumen oder Mittelzentren. Das ist für die Ländliche Region sehr positiv einzustufen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Strecken, die übrig geblieben sind, ist die Nebenbahn sofort reaktivierbar – für wenig Geld. Bei einigen anderen Strecken, die mit hoher Priorität eingestuft worden sind, gibt es oft nicht einmal eine verfügbare Trasse und/oder verschlingen zudem in der Regel 3-stellige Millionenbeträge, falls sie in vielen Jahren vielleicht Realität werden könnten.

Minister Hermann betont, wer zuerst kommt, mahlt zuerst….
Für die Nebenbahn wurden alle gemachten Zusagen nochmals bestätigt. Coronabedingt kommt es derzeit zu Verzögerungen, daher ist verständlicherweise Geduld angesagt.
Ende 2020 hat der Förderverein das Ergebnis des artenschutzrechtlichen Gutachtens für den Streckenabschnitt Ludwigsruhe – Langenburg erhalten.
Hier ist anzumerken, dass die Reaktivierung der Nebenbahn als völlig unbedenklich, auch seitens der zuständigen Behörde, eingestuft wird. Es sind keinerlei Ausgleichsmaßnahmen erforderlich und in Bezug auf Eidechsen ist das Projekt dem Artenschutz sogar dienlich.
Ein Eisenbahninfrastrukturanschlussvertrag für die Anbindung der Nebenbahn im Bahnhof Blaufelden liegt unterschriftsreif vor. Der Förderverein hat alle ihm möglichen Vorleistungen erbracht.

Die Finanzierung der Arbeiten, der Gutachten, des Ausbaus des Kulturbahnhofes usw. erbringt der Förderverein zum größten Teil aus den Einnahmen aus Veranstaltungen und Spenden.